Home Testimonials Beauraing, ein Ort der Vorsehung
Von klein auf bin ich in Gegenwart Unserer Mutter Maria aufgewachsen.

Ein Ort der Vorsehung

Von klein auf bin ich in Gegenwart Unserer Mutter Maria aufgewachsen. Ich fühlte ihre greifbare Nähe in meinem ganzen Wesen und in meinem Leben, ihr Dasein, das mir Sicherheit schenkte und mich zu Gott führte.Im Laufe der Jahre habe ich sie mehr und mehr vergessen; die glücklichen Augenblicke mit ihr verblassten.Verschiedene Ereignisse meines Lebens haben mich dazu geführt, mich ihrem mütterlichen Bick zu entziehen und ein Gefühl der Abwehr erfasste mich. Ich konnte ihre Gegenwart nicht mehr ertragen. Es war mir,als wollte Maria Gottes Platz in meinem Leben ein= nehmen – aber das wollte ich keinenfalls hinnehmen; dennoch wollte ich sie innerlich lieben. Ich wollte eine innige Mutter-Tochter-Beziehung mit ihr haben, aber leider blieb ich in diesem negativen Gefühl gefangen, das mich unglücklich machte.

Mein Herz war geteilt.  Einerseits verspürte ich Ablehnung und manchmal sogar Hass ihr gegenüber und andererseits drängte mich die Sehnsucht, sie als Vorbild zu nehmen: als Frau, als Mutter, als Vertrauensperson, und dieser Wunsch steigerte sich andauernd. Ich bewunderte Menschen,die Maria liebten, und mein Vater war einer von ihnen. Wenn er von Maria sprach, strahlte sein Gesicht und seine Augen glänzten so sehr, dass mir vor Ergriffenheit die Tränen kamen. Ich wollte “ausstrahlen” wie er, ich wollte sie von Herzen lieben können, aber ich fühlte mich unfähig dazu. Ich war innerlich blockiert. Also habe ich mich in Marias mütterliche Hände gelegt, damit sie es sei, die zu mir kommt, denn ich war unfähig, zu ihr zu gelangen. Im Gebet habe ich ihr meine tiefe Sehnsucht anvertraut, ihr ganz zu gehören, sowie meine Ohnmacht, es aus eigener Kraft zu schaffen. Ich habe sie gebeten, den Knoten in mir zu lösen und mir ein Herz gleich ihrem zu schenken.

Dieser Weg war nicht leicht aber ich fühlte, dass die Entblockung oder Knotenlösung in Beauraing stattfinden würde, denn jedesmal, wenn ich mich dorthin begab, geschah etwas Wunderbares in meinem Leben.

Und tatsächlich…Ich hatte mich dazu entschieden, – während der Fastenzeit – eine Retraite zu machen, da wurde mir erfreulicherweise von meinem geistigen Begleiter geraten, diese Besinnungszeit in Beauraing zu verbringen. Ich habe zugestimmt und habe daraufhin eine Woche in Beauraing verbracht. Mein Gebet war intensiv und ich war fest entschlossen,mich selbst nicht mehr unter Druck zu setzen, Maria lieben zu wollen.Der entscheidende Moment sollte auf natürliche Weise, ungezwungen auf mich einwirken.Ich hielt mein Herz weit offen für alles, was da kommen sollte, vertrauensvoll in Gott verankert. Im Grunde meiner selbst gab es die Gewissheit, dass die ersehnte Stunde kommen würde. Die zwei ersten Exerzitientage verbrachte ich eher gelassen, nichts trübte mein Herz.In den darauffolgenden Tagen entwickelte sich in mir ein Kampf und der Hass gegenüber Mutter Maria steigerte sich. Ich stellte alles in Frage, besonders in dem Augenblick, wo mir Marias Botschaft an die Seherkinder bekannt wurde: “ Ich werde die Sünder bekehren”.

Wie konnte sie es sein, die die Sünder bekehrt? Normalerweise liegt dieses Vermögen bei Gott – und nur bei ihm allein. Warum sollte man überall in der Welt zu ihr in Heiligtümer pilgern? Wendet man sich doch normalerweise an Gott. Ich war wirklich erbost, in Wut. Aber der Hl. Geist schenkte mir die Gnade der Demut, um mein Herz zu weiten und den Sprung in ein Geheimnis zu wagen, das mich überstieg: die Menschwerdung Jesu. 

Ich habe verstanden, dass Maria ihr “Ja” gesagt hat, damit Er, Jesus, ihr Sohn, der Welt das Heil bringen konnte. Es war nicht ihr Wille, sondern Gottes Plan; sie hat ganz einfach an diesem Heilsgeschen teilgenommen. Ich habe verstanden, dass Maria Gott als “Kanal” gedient hat,damit er Menschennatur annehmen konnte und uns ganz nahe wurde. Aber dies wird auch möglich in umgekehrter Richtung: sie ist “unser Kanal”, damit wir an der göttlichen Natur teilhaben und uns Gott nähern können. Auch habe ich verstanden, dass Maria niemals gegen den Willen der Dreifaltigkeit handeln wird – ganz im Gegenteil: sie wird sich immer vom dreieinen Gott führen lassen, so wie sie es von Anfang an getan hat. Sie hat den Willen Gottes, des Vaters, erfüllt, indem sie einwilligte, die Mutter Jesu zu werden durch das Einwirken des Hl. Geistes. Wunderbar! So steht alles, was sie tut oder zu tun erbittet,unter dem Willen der Dreifaltigkeit. Sie bittet uns ebenfalls, unaufhörlich zu beten, denn das Gebet verbindet uns mit Gott und öffnet die Pforte zur Ewigkeit. Ihr einziger Wunsch ist es, uns Gott nahe zu bringen und mit uns in inniger Verbindung in Ewigkeit zu leben.

Man darf keine Angst haben, sie zu lieben, sie anzuschauen oder sich an sie zu wenden, denn sie ist das lebendige Abbild der Dreifaltigkeit.Wenn wir uns ihr zuwenden,wenden wir uns gleichzeitig der Dreifaltigkeit zu – und wir sehen nicht nur Maria , sondern Gott selber.

Jetzt bin ich glücklich. Ich fühle mich geborgen in der Fülle und Vollendung der Freude, die mich befreit und trägt. Ich fühle mich bevorzugt, eine Mutter zu haben,die so hingebend dem Willen Gottes ausgeliefert ist und so demütig, alles aus seiner Hand anzunehmen, eine Mutter, die ein perfektes Vorbild der Reinheit, Liebe, Wahrheit, Bescheidenheit,Einfachheit, Ausdauer, Hingabe und Zartheit ist…Unmöglich, sie in Zukunft nicht zu lieben! Ich habe eine “marianische Seele” – und ausserdem hat sie mich als ihre Tochter erwählt.Was könnte ich mehr von Gott erbitten? Er hat an alles gedacht für uns, sogar , uns seine geliebte Mutter als unsere Mutter zu schenken.

Danke Gott, für Mutter Maria! Gelobt seist du für sie, wunderbarstes Werk deiner Schöpfung! Danke für ihre Liebe, ihre Einfachheit,ihre Reinheit, die uns zu dir hinziehen! Gesegnet seist du! Amen!

                                                                                                                                                         Marie-Léa Ghysselinckx

                                                                                                                                                                             19 Jahre